1. Mai – Tag der Arbeit

So halten wir es auch in Zeiten von Corona. Wir arbeiten. Die Terrasse wird wohl das letzte Mal von uns selbst gestrichen. Wir sind in 10 Jahren zu alt dazu und solange wird der Anstrich auf alle Fälle halten. Es wird mich nicht mehr geben, weil ich zu den Risikopatienten gehöre. Seit Wochen nicht aus dem Haus zu gehen ist für mich keine Seltenheit, denn ich habe das auch vor Corona schon gebracht.

Weil ich mich zu wenig bewege, habe ich mir ein gebrauchtes Kettler-Bike für 15 EUR angeschafft. Ich genieße es auf der Terrasse bei Sonnenschein in die Pedale zu treten. Die Erkenntnis, dass Bewegung vor Corona schützt, hat doch einen kräftigen Schubs bewirkt.

Zuvor schon wurde mir klar, dass es auch an der Zeit wäre, die alten Winterklamotten zu beäugen, zu reinigen und wegzuräumen. Socken über Socken werden neu zusammengetan und die Unterhosen Unterhemden in gerolltem Zustand einer wunderbaren Ordnung zu geführt, wie ich sie kürzlich erst von einem Aufräum-Coach im Fernsehn erlernt habe. Es bleibt ein gutes Gefühl von Freiheit übrig und ein blauer Sack mit Ausrangiertem, zum Teil in Lumpen-geschnittenes. Wie oft braucht man einen Lappen den man auch einfach mal wegwerfen kann, zum Fahrrad putzen z. B.

Nach dem Essen und Küche sauber machen, kommt die beste Zeit des Tages – die Mittagsruhe. Warum das so ein gutes Gefühl ist, weiß ich nicht. Ich genehmige es mir einfach. Die Türen zur Sonnenterrasse stehen offen, während der Duft der frischen Farbe sich angenehm mit dem Hörspiel „Imperium“ vermischt, ins Schlafzimmer und über die weiche Zudecke in mein Ohr und Gemüt zieht. Der Autor kann schreiben – genial – ich höre und höre und schlafe dabei ein …

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