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Aufgaben halten am Leben

Gestern sah ich eine Reportage über die Sängerin Brigitte Fassbaender. Ihr hohes Alter, ihre Verdienste und eine Lesung aus ihrem Buch motivierten mich, wieder an meiner Lebensgeschichte weiterzuschreiben. Doch wie könnte die Überschrift lauten? Sicher gelte ich in den Augen der Menschen, besonders in meinen eigenen, als Versagerin. Aber vielleicht sollte ich prüfen, ob das wirklich stimmt.

Anderen Menschen auf die Sprünge zu helfen, das würde ich gerne tun – aber wie, und kann ich das überhaupt? Wer nimmt mich schon ernst? Ich erinnere mich, dass ich mich schon als Kind viel traute. In dieser schlimmen Familie musste ich überleben, musste einen Weg herausfinden und ging schon sehr klein die Straßen entlang, um auf Entdeckungsreise zu gehen.

Warum mache ich das heute nicht mehr? Warum muss ich dafür an einen Ort fahren, an dem mich niemand kennt und ich mich wirklich frei von allen Bewertungen fühle? Was die Leute danach denken, wenn ich ihnen vom wahren Glauben erzähle, war mir letztlich egal. Es ist nun mal so, dass jeder, der Jesus folgt, auch verfolgt werden kann. Davor sollte man sich nicht fürchten oder gar schämen.

Ich war in einer Gemeinde, in der ich mich taufen ließ, als ich sicher war, dass Jesus mich errettet hatte. Doch dort gab es Menschen, die überhaupt nicht verstanden, was Freiheit in Christus wirklich bedeutet. Es waren Gewohnheitschristen, die wie Roboter jeden Sonntag in die Kirche gingen, aber keinen Dienst hatten, außer in der Gemeinde ihr eigenes Ding zu machen. Neue Mitglieder, die neue Ideen hatten kamen nicht zum Zug. Es ist ein Übel in allen Gemeinden, dass die Tradition und das klammern an Gewohnheiten dem Geist Gottes wenig Freiheit lassen. Ach wie arm ist doch der Mensch, wenn er sich selbst für größer hält als Gott selbst. Ist ER es doch, dem die Ehre gebührt. So kann Gott in unseren Schwächen erst stark werden, wenn wir zugeben, dass wir ohne ihn nichts Vernünftiges tun können.