Das widerspenstige ICH

Das kleine ICH bemerkte, dass es Reaktionen auslöste. Es konnte durch sein Verhalten Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ganz oft wurde es aber nur beachtet, wenn es böse war. Das ICH wurde sehr traurig über seine Situation und es half ihm nur, dass es während seines Heranwachsens äußerlich schöner wurde.

So waren die DUs, die ihm begegneten plötzlich aufmerksam und freundlich. Das tat dem ICH sehr gut und es begann seine Schönheit zu lieben. Da kam ein DU, welches das schöne ICH verführte. Das DU wies auf körperliche Mängel hin, denn ihr gemeinsames DUICH hatte Spuren hinterlassen. Es folgten Erniedrigungen und das ICH wurde immer trauriger.

Das gefiel dem Obersten DU nicht. Es sprach ins Herz des ICHs.

„Du bist mein Kind und hast auch ein Recht zu leben!“

Jetzt war das ICH gerettet

Das Ferkelchen

Es war einmal ein kleines Ferkelchen, das nicht bei seiner Mutter sondern in der Holzkiste unter dem Ofen der Bäuerin aufwuchs. Es war da schön warm darum schlief es viel. Von den Bauerskindern wurde es immer wieder herausgenommen und geherzt. Es roch gut und grunzte aufgeweckt. Mit dem Rüsselchen, das aussah wie eine kleine Steckdose, schnüffete es überall. Es war frech und lustig.

Als das Schweinchen größer wurde, hatte es keinen Platz mehr in der Holzkiste und es wurde zu den andern Schweinen in den Stall getan. Dort hatte es Angst, weil es von den andern geärgert wurde. Es schmerzte, wenn es verhöhnt wurde. So wollte es nur noch zurück in die schöne warme Holzkiste aber das ging nicht mehr.

Es musste sich also etwas einfallen lassen, dass die Geschwister es in Ruhe ließen. Da machte es Kunststücke, wackelte mit den Ohren und tat so als würde es singen, schlug Purzelbäume und streckte sich wie eine Eiskunstläuferin mit einem Bein nach hinten und drehte Pirouetten, wie es das von der Holzkiste aus im Fernsehen sah.

Das Schweinchen kam dann bald zum Filmteam für Tiere.
Was mit den andern passierte, bekam es nicht mehr mit.

@ingewitt

Besuch bei der Vielfalt

Die Einfalt war einst bei der Vielfalt eingeladen. Dort sahen ihre Augen und hörten ihre Ohren soviel Neues, dass sie am Abend ganz durcheinander war und nicht einschlafen konnte.

Sie dachte an die Prachtkleider, die goldenen Bilderrahmen, die wertvollen Steine und den glänzenden Fußboden, an das süße Essen, so dass es ihr sogar im liegen schwindelig wurde.

Es vergingen einige Tage und die Einfalt wurde krank. Da besuchte sie die Vielfalt. Sie brachte ein Buch mit, das sie nicht verstand. Einfalt las seit Jahren darin und es beunruhigte Vielfalt, dass sie nichts damit anfangen konnte.

Die Freude darüber ließ das Weh der Einfalt schwinden und sie bekam neue Kraft. Jetzt konnte sie von der Vielfalt Gottes erzählen. Vielfalt und Einfalt trafen sich zukünftig um in dem guten Buch zu lesen. Ihre Freude daran verband sie und ..

Gott segnete sie mit Seiner Liebe.

_________________

@ingewitt

Klein Elly

Auf Erkundungstour

Klein Elly musste jeden Mittag nach dem Essen schlafen. Nicht in ihrem eigenen Zimmer, sondern im Bügelzimmer, wo das Gitterbett stand. Sie hasste es, wenn sie mitten am Tag wegsperrt wurde und das ohne Kleidung.

Sie weinte und schrie, dass sie nicht schlafen wolle. Da sah sie ihr Sonntagskleid am großen Wäscheregal hängen, welches mit einer Stange und einem Vorhang versehen war. Ihre kleine Mutter bügelte immer im Stehen und Elly fand auch keinen Stuhl. So hangelte sie sich hinauf zum Kleiderbügel und löste ihn von der Eisenstange.

Nun schnell in das Kleid und am Rücken den obersten Knopf geschlossen. Wie schön sie darin ist und wie gut sie sich darin fühlt. Husch husch auf den Bügeltisch auf die Fensterbank und zwischen den Eisenstäben hindurch. An der Hecke des Nachbarn entlang, hinunter zur Judengasse, wo die Verwandten und Freunde wohnten.

Leider waren sie nicht zuhause. So ging Elly weiter und weiter, bis zum Armenhaus. Dort lockten sie die vielen Kinder mit einem Versprechen ins Haus. Heraus kam sie mit einem zerrissenen Kleid und Tränen in den Augen. Verzweifelt ging Elly einen andern Weg zurück, damit sie keiner sah. Sie hatte auch Angst vor den Schlägen zuhause.

Da kam sie am Häuschen der alten Erna vorbei, die vor ihrer Haustür im Schatten saß und Heimarbeit machte. Im Dorf arbeiteten viele Frauen für die Firma Steiff, die zuvor auf den Bauernhöfen halfen. Von daher kannte klein Elly Frau Erna.

Nun hörte die sich die Geschichte von Elly an und gab ihr den Rat, zur Oma zu gehen, die das Kleidchen wieder flicken könne. Das war eine gute Idee und Elly blieb noch etwas um das ungute Gefühl zu verlieren. Als sie den Heimweg schweren Herzens antrat, nahm sie einen Umweg zur Großmutter. Die wusch das Kleidchen und brachte alles wieder in Ordnung.

Elly musste von diesem Tag an keinen Mittagschlaf mehr machen.

Der einsame Ganter

Jetzt ruft er nach ihr,
die Gans ist verstorben.
Leise schlief sie ein,
jetzt ist er allein.




Er hat ja noch seine Geflügelfreunde

Endlich wieder Sommer

Die Weizenfelder stehen wunderbar in ihrer Frucht.
Reif für die Ernte.
Der Duft der reifen Frucht erinnern an frühe Jahre.
Picup-Presse, Dreschmaschine, Staub, Getreidesäcke, Aufzug, Dachboden als Getreidelager, frohes Schaffen, viele Helfer. Wir Kinder überall und nirgends – gefährliche Freiheit.

Ja, heute ist Erntezeit

Frau Bär

Frau Bär hatte ihre Höhle in der Nähe eines Sees, der manchmal über die Ufer trat.

Das könnte der Beginn einer Geschichte sein, wie sie Kinder gerne hören. Eine Lebensbewältigungsgeschichte, die Mut macht fürs Leben.

Die einen bekommen eine gewisse Resilienz mit in die Wiege gelegt, die andern brauchen Rückenstärkung also gute Geschichten und Vorbilder um das Leben zu meistern.

Eine der besten Lebensbewältigungen hat Frau Bär gefunden. Sie betet…

Umkehr

Er hat sich in die Luft gesprengt,
sein Fleisch ist mit dem Schutt vermengt.
Seine Seele brennt im Feuer,
der Sohn war seiner Mutter teuer.
Es reut ihn jetzt, den Terrorist,
wie gerne wäre er jetzt Christ.
Die sitzen im Paradies und warten,
bis Gott anfängt, erneut zu starten.
Er sieht sie im Geiste auferstehen,
wenn sie Jesus kommen sehen.
Vom Alb Traum erwacht der Terrorist,
entscheidet sich: ‚Ich werd´ jetzt Christ!‘

Verwüstung

Wüst
Wüst ist
Wüst ist der
Wüst ist der Tag
Wüst ist die Nacht
Wüst ist der Mensch
Wüst mit der Welt
Wüst mit dem Geld
Wüst für die Macht
Mensch gute Nacht.